"Tervetuloa" und "Herzlich Willkommen"

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Erstellt am Mittwoch, 24. April 2013

So schallte es Mitte April am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg, als 21 finnische Schüler/innen mit ihren beiden Lehrern Mikko Siirilä und Asko Vuorela für einen 10-tägigen Aufenthalt in Münster eintrafen. ...

Sie wurden herzlich von den deutschen Teilnehmer/innen sowie ihren beiden Lehrern Karl Heidler und Birgit Rütten begrüßt, die im vergangenen Herbst für 10 Tage zu Gast an der finnischen Partnerschule in Valkeakoski waren.

Alle 42 Schüler/innen arbeiteten mit ihren vier Lehrern im Rahmen eines von der Europäischen Union finanziell geförderten COMENIUS-Fremdsprachenprojektes über die Dauer von zwei Jahren zum Thema „Existenzgründung“ intensiv zusammen. Sie wurden zunächst in ihrem eigenen Berufskolleg auf die Thematik vorbereitet, indem sie die Voraussetzungen einer Existenzgründung im Heimatland erarbeiteten und einen Businessplan zur Existenzgründung beispielhaft durchleuchteten. So erhielten sie das notwendige Grundlagenwissen, um später ihre Gäste aus dem Partnerland bei der Recherchearbeit unterstützen zu können. Gleichzeitig ging es daran, in einem vorbereitenden Kurs einfache Grundkenntnisse über die Kultur und die Sprache des Partnerlandes zu erwerben. 

Im Partnerland erhielten die Projektteilnehmer/innen von schulischer Seite her zunächst eine Einführung in das Schulsystem des Landes. Dieses sorgte jeweils für Erstaunen, denn das berufliche Schulwesen der beiden Länder unterscheidet sich: In Deutschland werden die Auszubildenden im Dualen System ausgebildet, sie arbeiten den Großteil ihrer meist dreijährigen Ausbildung in ihrem Ausbildungsbetrieb, daneben gehen sie ungefähr einmal die Woche in die Berufsschule. In Finnland hingegen gehen die Auszubildenden den Großteil ihrer dreijährigen Ausbildung in die Berufsschule, daneben führen sie für ungefähr sechs Monate ein berufliches Praktikum durch. 

Die Erforschung der Partnerstadt und damit des potentiellen Unternehmensstandortes wurde u. a. mit Hilfe der einheimischen Schüler/innen gestaltet. Valkeakoski, die 30.000-Einwohner-Stadt im Süden Finnlands bietet dabei andere Voraussetzungen als die 280.000-Einwohner-Stadt Münster im Nordwesten Deutschlands, so die Erkenntnis der Projektteilnehmer/innen. Überhaupt seien die beiden von der Fläche ungefähr gleich großen Länder von ihrer Einwohnerstärke erheblich unterschiedlich: 5 Mio Einwohner in Finnland zu 82 Mio Einwohner in Deutschland. Das habe auch Konsequenzen für den Zusammenhalt der Menschen untereinander: In Finnland sei der Zusammenhalt der Einwohner notwendig, um gemeinsame Ziele besser erreichen zu können. In Deutschland hingegen zeichne man sich eher dadurch aus, dass man sich vom anderen unterscheide und so aus der Masse hervorsteche.

Von verschiedenen Organisationen, wie z. B. der Wirtschaftsförderung Münster und einem Pendant in Valkeakoski, erhielten die Projektteilnehmer/innen weitere Einblicke in die Voraussetzungen einer Existenzgründung. Außerdem wurden jeweils Betriebe besucht, deren Inhaber oder Stellvertreter Einsicht von der Praxisseite her gewährten.

Parallel erstellten die Jugendlichen in binationalen Arbeitsgruppen und in englischer Sprache ihre Businesspläne zur Existenzgründung. Diese wurden am Ende weiteren Schüler/innen mit Hilfe von Power-Point präsentiert. Das alles geschah im Rahmen eines Wettbewerbes, den die Projektkoordinator/innen ausgerufen hatten: Der am gründlichsten ausgearbeitete und begründete Businessplan sollte gekürt werden. 

Neben der anstrengenden Businessplanarbeit hatten die Projektteilnehmer/innen zudem Gelegenheit, das Gastland zu erkunden. Die deutschen Teilnehmer/innen besuchten z. B. ein spannendes Eishockeyspiel in Finnland. Die finnischen Teilnehmer/innen gingen zu einem Fußballspiel in die Arena des Hamburger SV. Beide Seiten waren sehr beeindruckt von der Stimmung in den Arenen der bestimmenden Sportart des Gastlandes.

 „Näkemiin“ und „Auf Wiedersehen“ hieß es dann, teils wehmütig, am Ende der Projektarbeit im Gastland. Denn zusätzlich zu dem vorgegebenen Thema „Existenzgründung“ wurde einiges über ein neues Land, die andere Kultur und neue Menschen gelernt. Es wurden viele neue und grenzüberschreitende Freundschaften begründet. Und damit haben wohl alle Projektteilnehmer/innen eine Unterrichtsstunde im wichtigsten Fach überhaupt erhalten: dem Leben.

Programm des Besuches in Münster ... hier 

Arbeitsergebnisse ... hier (Zip-Archiv)

Studie im Auftrag der EU-Kommission: Einfluss von COMENIUS-Schulpartnerschaften auf Schülerinnen und Schüler, siehe http://ec.europa.eu/education/comenius/doc/study/summary_de.pdf

(Birgit Rütten)



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