Wie kann die Welt menschlicher gestaltet werden?

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Erstellt am Dienstag, 11. Juni 2013

                                    

Prof. Dr. Johann Baptist Metz zu Gast bei den Religionslehrern der Berufskollegs Münster I ...

Der katholische Theologe Johann Baptist Metz war im Juni Gast einer Fortbildung der Religionslehrer-/innen der Berufskollegs Münster I, zu der der Bezirksbeauftragte Andreas Hellgermann (Lehrer am WEvKB) eingeladen hatte. Metz gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten deutschsprachigen Theologen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

In dem Gespräch ging es um die Rolle der "neuen" politischen Theologie vor dem Hintergrund des Religionsunterrichtes.

Johann Baptist Metz gilt als Begründer der "neuen" Politischen Theologie nach dem Zweiten Weltkrieg. Neu daran war, dass er seine Ideen als eine Theologie "nach Auschwitz" ausgearbeitet hat, die Erfahrungen des Nationalsozialismus waren für seine Arbeit prägend. Seine Theologie ist demnach keine politische Theologie aus der Perspektive der jeweils Herrschenden, es ist das besondere Anliegen von Metz, die "Autorität der Leidenden" in die Theologie neu einzuführen bzw. wieder daran zu erinnern. Die jahrtausende alte religionskritische Frage, wie das Leiden in der Welt zu erklären sei vor dem Hindergrund, dass Gott einerseits allmächtig, andererseits gut sei, stellte sich in besonderer Weise nach den Schrecken des Holocaust. Johann Baptist Metz sieht diese Frage als bleibenden Auftrag an Kirche und Theologie. Nur mit einer geschärften Aufmerksamkeit für das Leid in der Welt könne zu deren Humanisierung beigetragen werden. Dieses sei auch Aufgabe des Religionsunterrichtes an Berufskollegs. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden schwerpunktmäßigen Bildung für wirtschaftliche Zwecke laufe auch der Religionsunterricht Gefahr, dafür instrumentalisiert zu werden.

Die zweistündige angeregte Gesprächsrunde mit Johann Baptist Metz im Anne-Frank-Berufskolleg gab den Religionslerer-/innen und Interessierten anderer Fachbereiche somit Gelegenheit, sich neu bzw. weiterhin von der "neuen" Politischen Theologie inspirieren zu lassen und Anregungen für den Unterricht zu sammeln. Im Anschluss an die Gesprächsrunde ergab sich zudem Gelegenheit, mit dem Theologen ins persönliche Gespräch zu kommen.

    


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