Auf Tuchfühlung mit dem Biolandbau

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Erstellt am Freitag, 10. Juni 2016

                                                 

"Bioland Tage" am WEvKB. Die landwirtschaftlichen Oberstufenklassen bekamen am 7., 8. und 9. Juni umfangreich Einblick in Methoden des biologischen Landbaus. ...

Mit einer theoretischen Einführung am Vormittag und anschließenden Betriebsbesuchen auf zwei Bioland-Betrieben boten die drei Tage jeweils einer Gruppe von gut 30 Schülerinnen und Schülern praxisnahe Informationen. Die angehenden Landwirtinnen und Landwirte absolvieren ihre Ausbildung zum größten Teil in konventionellen Betrieben, so dass diese Projekttage für einige ein erster direkter Kontakt mit dem Biolandbau bedeutete.

Landwirtschaftslehrer Serena Schrimper und Erwin Köster initiierten, organisierten und begleiteten die Projekttage. Den theoretischen Einstieg lieferten Bioland Berater Martin Kötter-Jürß sowie Bioland Landwirt Heinz Jentjens. Themen der Referate waren die Grundsätze des ökologischen Landbaus und der ökologischen Tierhaltung sowie die - die Rechtsvorgaben der EG-Öko-Verordnung übertreffenden - Bioland-Richtlinien.

Im Anschluss besuchten alle drei Gruppen jeweils den Biolandhof "Ökullus" von Victoria und Jörg Schulze Buschhoff in Münster Handorf. Der Betriebsleiter führte die Gruppen über seinen Hof mit den Schwerpunkten Gemüsebau, Legehennenhaltung und Direktvermarktung. Das "Hühnermobil" auf einer Kleegrasfläche stieß auf besonderes Interesse der Schülerinnen und Schüler. Fragen zur Fütterung, Legeleistung, Nutzungsdauer und Schlachtgewichte beantwortete Jörg Schulze Buschhoff während des anschließenden Imbisses.

Am 6. und 7. Juni ging der zweite Betriebsbesuch zum Biolandhof Brockmann-Könemann in Greven. Der Betriebsleiter erläuterte unter anderem die eigene Betriebsentwicklung sowie die übergeordnete Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die gesamte Landwirtschaft. Im Kuhstall fragte ein Schüler nach der Zuchtphilosophie des Betriebsleiters. Für Brockmann-Könemann steht die Langlebigkeit seiner Tiere an erster Stelle. Beim abschließenden Kaffee und Kuchen wurden letzte Fragen diskutiert.

Am 8. Juni wurde als zweiter Betrieb der Biolandhof Angenendt Strnad GbR in Drensteinfurt besucht. Schwerpunkte des Familienbetriebs sind Saatgutvermehrung und -aufbereitung sowie Gemüsebau und Schweinemast. Bei der Besichtigung des Offenstalls riet Peter Angenendt den Berufsschülern, bei geplanten Betriebserweiterungen in der Schweinemast neue Ställe grundsätzlich auch für extensivere Haltungsformen auszulegen.

An allen Stationen zeigten konkrete Fragen ein reges Interesse. Auch wurden Vorbehalte deutlich und thematisiert. Empfinden sich Biobetriebe als landwirtschaftliche Elite? Sind sie belächelte Außenseiter und ideologische Traumtänzer? Die meist geäußerte Meinung dazu: Die gängige Kategorisierung landwirtschaftlicher Betriebe in biologische und konventionelle greift zu kurz und begünstigt altes Stereotypendenken. Ein besseres Miteinander und eine wachsende Offenheit sind gewünscht und spürbar. Und Projekttage wie diese helfen, einander kennenzulernen und besser zu verstehen.

(Annette Angenendt - Bioland LV NRW e.V. - Öffentlichkeitsarbeit)


Jörg Schulze Buschhoff zeigt den Schülerinnen und Schülern am Hühnermobil das Legenest ...


Hubertus Brockmann-Könemann erläutert die Funktionsweise des aus den USA importierten Bodenbearbeitungsgerätes "Rotary Hoe" ...




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