Staatssekretär diskutiert mit den landwirtschaftlichen Auszubildenden

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Erstellt am Dienstag, 21. Juni 2016

                        

Am 21. Juni besuchte Staatssekretär Peter Knitsch aus dem Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf das WEvKB, um nach der Begrüßung durch Schulleiter Matthias C. Berger vor ca. neunzig Schülerinnen und Schülern der vier landwirtschaftlichen Oberstufenklassen über das Thema: "Nachhaltige Nutztierhaltung aus Sicht der Landesregierung NRW" zu referieren und mit den Zuhörern zu diskutieren. ...

Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler hatte im Januar mit Klassenlehrer Erwin Köster eine Studienfahrt nach Berlin unternommen und dabei den Staatssekretär anlässlich einer Diskussionsveranstaltung auf der Grünen Woche kennen gelernt und ihn in die Schule eingeladen. Für die Diskussion hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Fragenkatalog erarbeitet und diesen dem Staatssekretär zugemailt.

In seiner Einleitung machte Herr Knitsch deutlich, wie wichtig dem Ministerium der Dialog mit den Landwirten ist. Deshalb sei er der Einladung auch sehr gerne gefolgt. Der Staatssekretär betonte ausdrücklich die Wichtigkeit der Landwirtschaft für die Ernährungssicherung und die Gestaltung und Erhaltung der Kulturlandschaft, sprach aber gleichzeitig auch Maßnahmen an, die aus Sicht der Landesregierung notwendig seien, um die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. So favorisiert die Politik in NRW eine Landwirtschaft, in der die Betriebe ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften und Produkte entsprechend den Verbraucherwünschen erzeugen. Das erfordere aber auch höhere Erzeugerpreise. Die Macht der Handelsriesen gilt es genauso zu hinterfragen wie das Konsumverhalten der Verbraucher. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel müssten drastisch steigen, damit die Landwirte für ihren enormen Arbeitseinsatz auch entsprechend entlohnt werden. Viele Verbraucher sind nach Meinung des Ministeriums bereit, mehr für Produkte aus artgerechter Tierhaltung zu zahlen, aber leider fehlt im Laden eine entsprechende Kennzeichnung der Lebensmittel. Herr Knitsch verwies in diesem Zusammenhang auf die Erfolge bei der Eierkennzeichnung. (0 = aus ökologischer Erzeugung, 1 = aus Freilandhaltung, 2 = aus Bodenhaltung, 3 = aus Käfighaltung) und kann sich eine vergleichbare Kennzeichnung vorstellen.

Bei der aktuell betriebenen Landwirtschaft mit dem Ziel möglichst günstiger Nahrungsmittelerzeugung sieht der Staatssekretär Probleme bei der Tierhaltung im Bereich Tierschutz (z.B. das Kürzen der Schwänze bei den Ferkeln) und erhöhtem Medikamenteneinsatz wegen immer weiter steigenden Tierdichten und immer weiter steigenden Leistungsanforderungen. Ein weiterer Problembereich ist die Nitrat-Belastung des Grundwassers. Die dadurch bedingten Umweltbelastungen führen unweigerlich zu hohen Folgekosten, z.B. bei der Trinkwasseraufbereitung, die letztlich der Verbraucher zahlen muss. Desweiteren sprach Herr Knitsch das Thema "Artenverarmung" an und mahnte Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität an.

Zum Begriff "Betriebsgröße" nannte Herr Knitsch keine Zahl, weil dieser Begriff für ihn nicht definierbar ist. Ein bäuerlicher Betrieb hat seiner Meinung nach einen unmittelbaren Kontakt zu seinen Tieren, dabei spielt die Anzahl der Tiere zunächst keine Rolle ebenso wenig, wer letztlich im Betrieb den Kontakt zu den Tieren hält.

Staatssekretär Knitsch ist solange gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat, solange es Indizien gibt, die eine krebserregende Wirkung nicht ausschließen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Vergangenheitsprobleme Contergan, Asbest und PCB, die anfänglich ignoriert bzw. heruntergespielt worden seien und wo man viel zu spät reagiert und Schadensbegrenzung betrieben habe.

Herr Knitsch appellierte an die zukünftigen Landwirtinnen und Landwirte, sich für die geschilderten Problematiken zu öffnen, sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen und sich konstruktiv für Lösungen einzusetzen.


Einige Aussagen aus der abschließenden Reflexion mit den Schülerinnen und Schülern:

- "Ich fand es gut, dass er gekommen ist und keinen Standard-Vortrag gehalten, sondern mit uns diskutiert hat."

- "Seine Anliegen hat er verständlich rüber gebracht."

- "Sein Ziel, mit uns ins Gespräch zu kommen und uns für verschiedene Themen zu sensibilisieren, hat er erreicht!"

(E. Köster)











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